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Per Lastenfahrrad mit Solarmodulen nach Glasgow

Per Lastenfahrrad mit Solarmodulen nach Glasgow

Fotograf: Tim Wilmes

Noël Wilmes ist Unternehmer und Eigentümer von HairVisit, dem Friseursalon, der in Maastricht auf dem Lastenrad unterwegs ist. Auf seinem einzigartigen E-Lastenrad Babboe Carve mit Solarmodulen radelt er zu seinen Kunden. 2021 hat er schon über 3500 km absolviert - und das komplett mit Solarantrieb. Ende Oktober macht er sich auf den Weg zum Klimagipfel in Glasgow, um damit auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Lastenfahrrad Förderung

2017 nutzte Noël das Projekt „Maastricht Bereikbaar“ zur Verbesserung der städtischen Erreichbarkeit: Als Unternehmer beantragte er Subventionen für die Anschaffung eines Elektro-Lastenrads.

Als mobiler Friseur passte er in das skizzierte Profil. Er sah die Möglichkeit, sein Auto öfter stehen zu lassen und seine Kunden vor allem mit dem Elektro-Lastenrad zu bedienen. „Die Vorstellung, dass ich damit zu einer besseren Luftqualität beitrage, gab mir schon damals ein gutes Gefühl“,, so Noël.

Babboe Carve

Auf seiner Suche nach einem Elektro-Lastenrad war Noël auf Anhieb vom einzigartigen Babboe Carve begeistert. Sehr gut gefielen ihm die Transportbox aus Holz in Kombination mit einem Rahmen in Anthrazit und schwarzen Elementen sowie der Carve-Mechanismus, durch den sich die Transportbox beim Kurvenfahren mitbewegt und neigt.

Noël berichtet:
„Ich war zwar auf der Suche nach einem Elektro-Lastenrad für geschäftliche Zwecke. Aber andere dafür ausgelegte Lastenfahrräder passten irgendwie nicht zu mir. Das Carve Mountain gefiel mir besser, die Transportbox hatte aber keinen Deckel. Da ich ja kreativ bin, dachte ich: „Dann baue ich mir doch einfach selber einen Deckel?“ Ich hatte schon einmal beim Reparieren eines Kanus mit Polyester gearbeitet und scheue auch nicht vor einer Herausforderung zurück. Wegen der Rundungen des Babboe Carve war das Design dann doch ziemlich knifflig.“

Solar cargo e-bike

Lastenfahrrad mit Solarmodulen

Noël entwickelte den Deckel selbst und installierte darauf Solarmodule. Schon schnell wurde klar, dass 1 Solarmodul den Energiebedarf des Elektro-Lastenrads nicht decken konnte, vor allem durch den Energieverlust bei der Umwandlung zum Akku und das höhere Gewicht durch den Deckel und den größeren Akkuspeicher.

Nach einem Prototyp mit zwei Solarmodulen ist schließlich SOLFIE III entstanden. So heißt der Deckel, der damit auf die Sonne verweist (SOL) und zugleich ein Wortspiel mit „Selfie“ (selbst Energie erzeugen) beinhaltet. Das Solar Cargo Bike besteht nun aus drei Solarmodulen, von denen sich zwei in die Transportbox einklappen lassen, sodass ein schlankes Lastenfahrrad übrigbleibt.

Leistung des Solar Cargo Bikes

Dieses Jahr hat Noël den Zähler mit einem vollen Akku gestartet und nach inzwischen 3500 km braucht er immer noch keine Steckdose. Die Leistung des Lastenfahrrads mit Solarmodulen sinkt im Winter auf 5 % im Vergleich zur Leistung in den Sommermonaten.

Noël sagt: „Es ist ein tolles Gefühl, dass etwas aus eigener Entwicklung auch tatsächlich so gut funktioniert. Außerdem bin ich sehr zufrieden mit dem endgültigen Design des Solar Cargo Bikes. Denn optisch soll es ja auch etwas hergeben.“

Solar cargo bike
Fotograf: Tim Wilmes

Friseur auf dem Lastenfahrrad

Kunden reagieren positiv und betrachten einen mobilen Friseur, der per Lastenfahrrad kommt, als Luxus der anderen Art. Kunden brauchen das Haus nicht mehr zu verlassen und für Familien mit Kindern ist es ideal, weil jeder sich noch selbst beschäftigen kann, solange er/sie noch nicht an der Reihe ist. Hinzu kommen immer mehr Kunden, die sich aufgrund der Nachhaltigkeit bewusst für Noël entscheiden. Denn er punktet nicht nur mit dem Konzept des Lastenrads mit Solarmodulen. Auch seine Produkte und Verpackungen wählt er kritisch aus.

Eine Radtour nach Glasgow, um andere zu inspirieren und sich selbst inspirieren zu lassen. Denn Brexit hin oder her: We’re all in this together.

Noël Wilmes

Glasgow Climate Change Conference

Ende Oktober dieses Jahres fährt Noël mit seinem E-Lastenrad mit Solarmodulen von Dover zum Klimagipfel in Glasgow (COP26). Verkleidet als „Klimaheld-Azubi“ macht er mit seiner Fahrt auf den Klimawandel aufmerksam. Außerdem macht er Reklame für das Buch „Eerste Hulp bij Klimaatverandering“ (Erste Hilfe beim Klimawandel) von Anabella Meijer, das aus diesem Anlass vom Initiator der Radtour David Klein übersetzt wurde. Er hat noch drei andere Bücher dabei, die demselben Anliegen gewidmet sind. Seine Frau Ilonka schließt sich ebenfalls den Teilnehmern der Radtour nach Glasgow an. Auf einem Elektro-Lastenrad von Babboe machen sie sich gemeinsam auf in dieses Abenteuer.

Die Radtour mit dem Solar Cargo Bike führt zu einigen wichtigen Städten wie London, Oxford, Birmingham, Manchester, Glasgow und Edinburgh, wo der Klimawandel thematisiert wird.

Solar cargo bike Glasgow


Bist du gespannt auf Noëls Abenteuer auf seinem Lastenfahrrad mit Solarmodulen? Er ist zu folgen auf Instagram über @solarcargobike.

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