Die welt entdeckt das multifunktionale Lastenfahrrad

Rasant mit dem Lastenfahrrad dank Elektromotor: das Babboe Big im Test

Der erste Eindruck: Das dreirädrige Babboe Big sieht richtig chic aus. Nicht zu modern. Es erinnert mich an die 70er Jahre. Es hat einen schwarz glänzenden Metallrahmen und eine braune Holzkiste. In der Kiste haben zwei Kinder genügend Platz. Es können sogar vier mit dem Lastenfahrrad transportiert werden. Es hat Sitzpolster und Sicherheitsgurte. Was mir gleich zu Beginn Freude bereitet: Es ist ein Elektro-Lastenrad, ich werde also nicht ins Schwitzen kommen. Oder doch? Der Start ist nicht wie bei einem normalen Velo: Rauf sitzen und losfahren. Ich komme mächtig ins Rotieren trotz Instruktion. Wie geht das mit der Kurve nochmals? Das Steuern ist ganz wichtig, sonst geht die Kiste auf die eine Seite und der Oberkörper auf die andere. Wer mir zuschaut denkt: Das ist aber eine Anfängerin. Ich bin sehr unsicher und muss mich an die Grösse des Velos und das Steuern gewöhnen. Zusätzlich werde ich vom Elektroantrieb überrascht. Es geht richtig schnell vorwärts. Jetzt bin ich mit bis zu 25 Stundenkilometern unterwegs. Ich teste das Fahrrad ohne Last. Da ich eher ein Angsthase bin, höre ich auf zu treten, dann fährt das Lastenfahrrad nicht mehr so rasant. Dank dem Motor komme ich ohne Probleme den kleinen Hang hinauf. Je länger ich fahre, desto sicherer fühle ich mich. Ich sitze gemütlich im Sattel und es fängt an Spass zu machen.

Jetzt braucht es Balance auf zwei Rädern: das Babboe City im Test

Mit drei Rädern hat es bisher recht gut funktioniert. Ob es auf zwei Rädern auch so gut klappt? Die Babboe City Version. Es ist 255 Zentimeter lang. Die markante Kiste aus Buchenholz hat abgerundete Ecken. Mit diesem Rad transportieren Sie je nach Alter zwei Kinder. Sie können mit einer Zusatzbank sogar bis zu vier mitnehmen. Es ist schmaler und steht auf zwei Rädern: «Ganz wichtig, nicht nach unten schauen. Wenn Sie den Horizont vor sich haben, können Sie das Gleichgewicht besser halten». Was sehr speziell ist, das vordere Rad ist weiter weg als bei einem normalen Velo. Vor der Kurve habe ich grossen Respekt. Das Rad macht schon eine Kurve, die Kiste bewegt sich erst später. Es wackelt ein wenig und ich muss das Gleichgewicht halten. Übung macht den Meister. An der Kreuzung muss ich die Füsse auf den Boden stellen. Das Anfahren dauert seine Zeit. Nach der Fahrt wird das Velo auf den Ständer gestellt. Auch hier braucht es Kraft, allerdings in den Armen und nicht in den Beinen.

Mit dem Lastenfahrrad unterwegs

Ronnie Joseph hat seit drei Jahren ein Lastenvelo. Das Babboe City steht direkt vor der Haustüre. Ich sehe es schon von weitem als ich ihn besuche. Es fällt auf neben all den parkenden Autos am Strassenrad. Es sei eine tolle Sache, wenn man es im Griff hat, sagt Joseph. «Am Anfang ist es gewöhnungsbedürftig gewesen, mit der Zeit bin ich aber immer besser damit zurecht gekommen». Er habe gut zwei Wochen gebraucht bis er sich so sicher fühlte wie mit einem normalen Velo.

Ein grosser Vorteil sei der Zeitgewinn. Mit dem Lastenvelo sei man schnell in der Krippe, im Büro und wieder zu Hause. «Zu Fuss geht es ewig. Es ist als wäre man mit einer Schafherde unterwegs: Alle gehen in eine andere Richtung. Man muss schauen, dass man alle beisammen hat». Beim Lastenvelo könne er seine einjährige Tochter und seinen dreijährigen Sohn reinsetzen, den Velohelm anlegen, sie anschnallen und losfahren. Gut findet er, dass er mit den Kindern während der Fahrt sprechen kann. Ein Nachteil sei sicher der Preis. Es sei eine verhältnismässig teure Investition. Wer häufig mit dem Lastenvelo unterwegs sei, müsse es auch mehr warten. Dabei entstehen weitere Kosten. Sein Velo sei vom Strom abhängig, wer nicht plötzlich stehen bleiben will, muss die Batterie regelmässig aufladen. Die Distanz spiele auch eine wichtige Rolle. Je steiler das Gelände, desto mehr Power braucht es.

Ein Hingucker in der Stadt

Er erhalte viele positive Feedbacks, wenn er mit seinem Lastenfahrrad unterwegs ist. «Die Leute strahlen mich schon an, wenn ich angefahren komme. Autofahrer finden es hingegen weniger toll. Das Velo fährt langsamer an, braucht mehr Platz und sie getrauen nicht immer zu überholen». Die Investition in eines habe sich für ihn gelohnt. Seine Kinder geniessen die Fahrt im Lastenvelo. Sein dreijähriger Sohn habe sich am Anfang wie ein kleiner Kapitän gefühlt und während der Fahrt alles kommentiert. Ronnie Joseph ist das ganze Jahr mit dem Lastenvelo unterwegs. Es eignet sich für den Waldausflug, in der Stadt, zum Einkaufen aber auch Entsorgen. Einfach multifunktional.

Babboe Big

Vier Lastenfahrräder habe ich getestet. Am Anfang fühlte ich mich sehr unsicher. Die Velos sind um einiges grösser als meines zu Hause. Je länger ich unterwegs war, je sicherer habe ich mich gefühlt. Ich hatte auf allen Fahrrädern Spass. Am besten hat mir das Babboe Big gefallen. Hier hat Fahrgefühl und auch das Aussehen gepasst. Die Kiste bietet genügend Platz für Kinder und Einkauf.

Source: Familienleben.ch